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Was kostet ein Photovoltaik-Lead 2026 wirklich? Ehrliche Zahlen

Laurin Korinthenberg·11. Juni 2026·5 Min. Lesezeit

Die Kaufabsicht in der Google-Suche ist um 45 % eingebrochen, private Dachanlagen um 21 %. Was das für Ihre Anfragekosten bedeutet, welche Kennzahl wirklich zählt – und eine Beispielrechnung, die zeigt, warum „billig“ oft teuer ist.

Die ehrliche Antwort vorweg: „Der PV-Lead“ hat keinen festen Preis. Was eine Anfrage kostet, hängt von Ihrer Region, vom Wettbewerb und vor allem von der Qualität ab. Aber die Marktdaten 2026 zeigen sehr klar, in welche Richtung sich alles bewegt – und warum die alte Frage „Wie bekomme ich mehr Leads?“ in die Irre führt.

−45 %

Suchen „solaranlage kaufen“

gegenüber Vorjahr

−21 %

Private Dachanlagen

Q1 2026 ggü. Vorjahr

117 GW

installierte Leistung

Ziel: 215 GW bis 2030

Der Markt ist riesig – aber er verschiebt sich

Der deutsche PV-Markt ist alles andere als „vorbei“. Zum Jahresende 2025 waren rund 117 GW installiert, Solarstrom deckte etwa 17 % des Bruttostromverbrauchs, und das politische Ziel von 215 GW bis 2030 erfordert weiterhin einen kräftigen Zubau. Das Problem für klassische Fachbetriebe ist nicht die Marktgröße – sondern, wo das Wachstum stattfindet.

Das Wachstum verlagert sich weg vom Eigenheim-Dach, also genau aus dem Segment, in dem die meisten Installateure ihr Hauptgeschäft haben. Große Freiflächen-Solarparks legen zu, private Dächer kühlen ab. Der folgende Vergleich zeigt die Verschiebung beim Zubau in den ersten Monaten 2026:

Zubau nach Segment – Jan.–Mai 2026 ggü. Vorjahr
Freiflächen-PV+36%
Eigenheim ≤ 30 kWp-12%
Gewerbl. Dach > 30 kWp-30%
Quelle: BSW-Solar / pv magazine, 2026

Für Sie heißt das: Die Solarparks wachsen, aber Ihr Kerngeschäft – das Privatdach – schrumpft. Wer dort weiter Aufträge will, muss aktiver und gezielter um die verbliebenen kaufbereiten Hausbesitzer werben.

Die Kaufabsicht verschwindet aus der Suche

Der schärfste Beleg steckt im Suchverhalten. Während der allgemeine Begriff „photovoltaik“ sich hält, sind die Suchanfragen mit echter Kaufabsicht regelrecht weggesackt. Das allgemeine Interesse bleibt – aber die Menschen, die kaufen wollen, sind aus der Suche verschwunden.

Suchnachfrage mit Kaufabsicht (DE)
24k18k12k6k020222023202420252026
solaranlage kostensolaranlage kaufenphotovoltaik kaufen
Quelle: Google Keyword-Planner, DE · Ø monatliche Suchen

Ehrlich eingeordnet: 2022 war ein Ausnahmejahr – der Energiekrisen-Gipfel. Ein Teil des Rückgangs „vom Hoch“ ist Normalisierung, nicht Kollaps. Deshalb zählt die nüchternere Zahl: Selbst im letzten Jahr sinken die kaufnahen Suchen weiter, „solaranlage kaufen“ allein um rund 45 %. Dazu kommt die Marktbereinigung – im Q3 2024 lag die Zahl der Insolvenzen so hoch wie seit 2010 nicht, und selbst bekannte Namen wie Zolar haben das Endkundengeschäft eingestellt.

Alle Charts und Quellen im Detail

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Geteilt vs. exklusiv – der Qualitätsunterschied

Der Preis allein sagt wenig. Entscheidend ist, was am Ende dabei herauskommt. Geteilte, günstige Leads konvertieren mit rund 3–8 %, exklusive vorqualifizierte Anfragen eher mit 10–18 %. Dieser Unterschied entscheidet darüber, ob ein niedriger Stückpreis wirklich günstig ist.

Abschlussquote nach Lead-Typ
Geteilte Leads8%
Exklusive Anfragen18%
Quelle: Branchenerfahrung

Was eine Anfrage kosten darf – die richtige Rechnung

Hören Sie auf, „Leads“ zu zählen. Die richtige Steuergröße sind die Kosten je qualifizierter Anfrage und – noch besser – je gewonnenem Auftrag. Ein kleines Rechenbeispiel macht den Unterschied greifbar (vereinfacht, gleicher Stückpreis von 60 € angenommen):

Beispiel: Kosten pro Auftrag bei gleichem Lead-Preis (60 €)
Geteilt (5 %)Exklusiv (15 %)
Anfragen für 1 Auftrag20~7
Kosten pro Auftrag1.200 €~400 €
Zeitaufwandsehr hochmoderat

Obwohl der Lead im Einkauf gleich teuer ist, kostet der Auftrag aus geteilten Leads ein Vielfaches – weil Sie deutlich mehr Kontakte (und Arbeitszeit) brauchen, bis einer abschließt. Genau deshalb ist ein erfolgsbasiertes, exklusives Modell für die meisten Betriebe am Ende günstiger.

Reaktionsgeschwindigkeit – der versteckte Kostentreiber

Eine Zahl wird massiv unterschätzt: die Reaktionszeit. Die Chance, einen frischen Interessenten zu erreichen, ist rund 100-mal höher, wenn Sie innerhalb von 5 statt 30 Minuten reagieren. Die meisten Betriebe brauchen im Schnitt aber über 40 Stunden. Bei geteilten Leads gewinnt ohnehin, wer zuerst anruft – wer langsam ist, zahlt also doppelt: für den Lead und für den verlorenen Abschluss.

Wachstum allein ist keine Garantie mehr. Es entscheidet, wer profitabel und planbar Kunden gewinnt – nicht, wer die meisten Leads einkauft.

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